Construtions
Baustellen und Bauzäune 1999-2025ff
Seit 1999 dokumentiere ich die vergänglichen Momente urbaner Baustellen, die in verschiedenen Ländern und Städten temporär das Stadtbild prägen.
Jede verhangene Fassade erzählt von einem Übergang, einem Zwischenzustand – ein stiller Zeuge des Wandels, der nur für eine begrenzte Zeit sichtbar ist.
Diese Vorhänge aus Planen, Stoffen und Schatten sind mehr als nur Schutz; sie sind Symbol für den stetigen Fluss der Entwicklung, für das Unvollendete und das Kommende.
Meine Fotos fangen diese flüchtigen Verhüllungen ein, um die Vergänglichkeit und die temporäre Schönheit des Bauens in einer sich ständig wandelnden Welt sichtbar zu machen.
Unvollendet vollendet für mich. Anders schön, das Unsichtbare wird sichtbar gemacht und erhält eine eigene Stimme, die nun - obwohl längst Vergangenheit - für den Zuschauer sichtbar wird und für mich in Erinnerung bleibt, denn all die Wege, die ich ging, hinterlassen ihre Zeichen.
Unterschiedlichste Materialien wirken auf mich wie künstlerische temporäre Werke, die schon die Vergangenheit in sich tragen, denn sobald der Bau fertig gestellt ist, werden diese „ Hüllen" entsorgt.
Leider kannte ich zu dem Zeitpunkt „Christo" noch nicht.
Seine Installation „Gates" habe ich in NYC erlebt im Central Park 2005. Ich habe ihn und seine Frau getroffen - morgens um 9 Uhr, als ich versehentlich durch seine Lifesendung lief.
Frühstücksfernsehen in NYC. Mit meiner orangenen Lederjacke passt ich irgendwie ins Bild der Installation. Er war sichtlich begeistert von meinem spontanen und unbeabsichtigten
Auftritt. Er und seine Frau waren super nette und bescheidene Menschen, einfach zauberhaft.
Seine Planungen für diese Installation Central Park dauerten mehr als 20 Jahre, wie er mir erzählte. Er blieb hartnäckig und bekam was er wollte.
Damals habe ich auch mehrere umfangreiche Fotosessions dort erstellt und einen Film gedreht von den Gates.
Ich habe dann aber leider erfahren, dass das Erstellen von Fotografien erlaubt sei, aber nicht kommerziell benutzt werden darf. Schade.
Meine Intention.
In unserer schnelllebigen Zeit bleibt kaum Raum, innezuhalten und hinzusehen.
Eva-Maria Horstick Baustellen und Bauzäune 1999-2025ff
Die meisten Menschen eilen vorbei, ohne den temporären und oft auch irgendwie ästhetischen Schleier zu bemerken, der die Baustellen umgibt.
Sie übersehen die stillen Zeugen des Wandels, die nur für kurze Zeit das Stadtbild prägen.
Dabei sind diese Verhüllungen mehr als nur Baustellenplanen – sie sind Momentaufnahmen des Übergangs, Symbole für das Unvollendete und das Potenzial, das in jedem Neubeginn steckt.
Indem ich diese vergänglichen Hüllen fotografiere, möchte ich die Aufmerksamkeit auf das Temporäre lenken, auf das Zwischenstadium, das oft im Alltag verloren geht.
Es ist eine andere Sicht, einen Blick zu wagen, innezuhalten und die Schönheit im Übergang zu erkennen – in einer Welt, die sich ständig verändert, aber leider oft im Eiltempo durchquert wird.
Diese Baustellen sind wie stille Zeugen unserer Zeit, die uns daran erinnern, dass Veränderung und Entwicklung nur temporär sind.
Sie fordern uns auf, bewusster wahrzunehmen, was im Hintergrund geschieht, bevor Neues entsteht. Vielleicht liegt gerade in diesem flüchtigen Moment die wahre Schönheit des Wandels?! Kunst im öffentlichen RAUM für meine Sichtweise.
U.A. Paris, Berlin, London, Tokio, Afrika, NYC, Nairobi, Dortmund
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